2009

Abwracken für die Umwelt?

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Der deutsche Konjunkturmotor Autoindustrie schwächelt. Deshalb beschließt die Bundesregierung Anfang 2009 die „Abwrackprämie“. Wer sein mindestens 9 Jahre altes Auto verschrottet und dafür einen Neu- oder Jahreswagen kauft, erhält 2.500 Euro Zuschuss vom Staat. Ziel der „Umweltprämie“ – so der offizielle Name – ist auch, den Ausstoß von Luftschadstoffen durch Erneuerung der Fahrzeugflotte zu senken.Doch der ökologische Nutzen der Abwrackprämie ist umstritten. Denn sie unterstellt, dass die neuen Wagen auch umweltschonender sind. Dabei ist der Neuwagenkauf an keinerlei Bedingungen geknüpft, lediglich die sowieso gültigen Abgasnormen „Euro 4“ oder „Euro 5“ müssen eigenhalten werden. Die Euronorm enthält aber keine CO2-Grenzwerte. Auch wer seinen Kleinwagen gegen einen spritfressenden Geländewagen eintauscht, erhält die Förderung. So stellte das UBA am Jahresende 2009 auch kaum einen Effekt bei seiner Bilanz der im Verkehrsbereich verursachten Treibhausgasemissionen fest – wohl aber bei der jährlichen Statistik der Altfahrzeug-Verwertungsquote: Weil 2009 etwa viermal so viele Altfahrzeuge wie üblich bei den Demontagebetrieben anfielen, konnten sie erst nach und nach verwertet werden. Durch das zeitversetzte Recycling der Altfahrzeuge sank die Verwertungsquote im Jahr der Abwrackprämie merklich, um anschließend in den Folgejahren Werte von rechnerisch über 100 Prozent zu erreichen.

Links

Richtlinie zur Abwrackprämie (PDF)

Deutsche Umwelthilfe e.V. zur Abwrackprämie im Deutschlandfunk (16.01.2009)

BMU-Gutachten „Abwrackprämie und Umwelt – eine erste Bilanz“ (PDF)

BAFA: Abschlussbericht Umweltprämie (PDF)

Daten zur Umwelt: Altautos