2011

Gott spielen für den Klimaschutz? UBA warnt vor Geo-Engineering

die Erde von obenMit Spiegeln im Weltall oder künstlichen Wolken Sonnenstrahlen von der Erde abhalten? In den 2010er Jahren gibt es die kühnsten Ideen, um die Erderwärmung zu begrenzen, ohne den Treibhausgas-Ausstoß radikal reduzieren zu müssen.Eine Idee davon ist, die Weltmeere zu düngen. Das soll das Wachstum von Algen ankurbeln, die durch Photosynthese Kohlendioxid binden. Erste Versuche werden zu Forschungszwecken gemacht. Das UBA hält nach einer Bewertung wenig von solchen Vorhaben und empfiehlt 2011 ein Moratorium für diese so genannten Geo-Engineering-Maßnahmen. Denn die Folgen solcher Eingriffe in komplexe Umweltprozesse lassen sich nicht hinreichend abschätzen und bergen deshalb große Risiken für Mensch und Umwelt. Im Oktober 2013 folgt die erste wirksame Regelung: Die Vertragsstaaten des Londoner Protokolls zum Schutz der Meere beschließen nach Verhandlungen, an denen das UBA intensiv beteiligt war, Forschungsvorhaben unter einen Genehmigungsvorbehalt zu stellen und kommerzielle Aktivitäten zur Ozeandüngung weltweit zu verbieten.

Links

Presse-Information vom 22.06.2011: Großtechnische Eingriffe in globale Umweltprozesse - eine Alternative im Klimaschutz?

Hintergrundpapier „Geo-Engineering - wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn?“

Presse-Information vom 30.12.2013: Geo-Engineering: Kommerzielle Düngung der Meere endlich verboten