2012

Energiewende zu teuer? Sie lohnt sich, rechnet UBA vor!

Windkraftanlagen; Quelle: visdia / Fotolia.comDer Enthusiasmus vieler Deutschen für die Energiewende wird auf eine harte Probe gestellt. Schuld sind steigende Strompreise, die in der öffentlichen Diskussion der Energiewende angelastet werden. Das UBA hält mit einer Studie dagegen: Strom aus erneuerbaren Energien ist langfristig günstiger als Kohle und Gas.

Der Aufbruchstimmung nach dem beschlossenen Atomausstieg aufgrund der Nuklearkatastophe von Fukushima folgt eine intensive Diskussion um die Wirtschaftlichkeit der Energiewende. Sie entzündet sich am Anstieg der EEG-Umlage zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien. Die Umlage soll erneut erhöht werden, vom Jahr 2012 zum Jahr 2013 um 1,687 Cent pro Kilowattstunde. Und da viele Unternehmen von ihr befreit sind, geht die höhere Umlage vor allem zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Doch die Energiewende ist nicht nur ökologisch, sondern auch gesamtwirtschaftlich sinnvoll, zeigt das UBA 2012 in seiner Studie „Nachhaltige Stromversorgung der Zukunft“. Denn langfristig wird Strom aus fossilen Energieträgern wie Kohle und Gas wegen der Verknappung und dem erforderlichen Klimaschutz deutlich teurer, erneuerbarer Strom dagegen günstiger. So verringern sich zum Beispiel durch die Fertigung größerer Stückzahlen und technische Fortschritte die Investitionskosten bei Photovoltaik bis zum Jahr 2050 voraussichtlich um 75 Prozent, bei Offshore-Windanlagen um 50 Prozent. Im Jahr 2030 wird in Deutschland erneuerbarer Strom im Durchschnitt bereits günstiger sein als Strom aus neuen Erdgas- und Kohlekraftwerken. Rechnet man die Kosten durch Umwelt- und Gesundheitsschäden mit ein, ist erneuerbarer Strom teilweise schon heute deutlich günstiger als fossiler. Ein weiteres Argument der Studie: Auch der deutschen Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt tut die Energiewende gut. Zwischen 2004 und 2011 hat sich die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien von 160.000 auf rund 382.000 mehr als verdoppelt.

In Privathaushalten schlummern derweil noch große Potenziale, die Stromkosten zu senken, schreibt 2012 auch die Stiftung Warentest: Allein durch einen Wechsel des Stromanbieters kann ein Vierpersonenhaushalt zwischen 100 und 150 Euro pro Jahr sparen. Weiteres Potenzial liegt beim Stromsparen, zum Beispiel durch Energiesparlampen, abschaltbare Steckerleisten und effiziente Haushaltsgeräte.

Links

UBA-Studie „Nachhaltige Stromversorgung der Zukunft“

Bericht der Stuttgarter Zeitung 13.09.2012 zur UBA-Studie

Stiftung Warentest 2012: Deutsche zahlen zu viel für Strom