2012

Flughafen Berlin Brandenburg: UBA drängt auf mehr Lärmminderung

Flugrouten; Quelle: soleilc1 / Fotolia.comAnwohnerinnen und Anwohner laufen Sturm: Rund um den geplanten Hauptstadtflughafen BER bilden sich Bürgerinitiativen und protestieren gegen die vorgesehenen Flugrouten und Nachtfluglärm. Das Umweltbundesamt schlägt eine deutlich längere Nachtruhe und eine Optimierung der Routen vor, um die Zahl der vom Fluglärm betroffenen Menschen möglichst gering zu halten.

In Berlin-Schönefeld entsteht ein neuer Großflughafen. Er soll die beiden innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof ersetzen und somit auch die Bürgerinnen und Bürger von Fluglärm entlasten. Doch auch dieser Flughafen liegt wieder mitten in dicht besiedeltem Gebiet. Die Anwohnerinnen und Anwohner schließen sich zu Bürgerinitiativen zusammen und protestieren. Einerseits gegen die Flugrouten, die nach dem Planfeststellungsverfahren plötzlich geändert werden und ganz andere Gemeinden betreffen, als gedacht. Andererseits gegen das Vorhaben der Flughafengesellschaft, den Flugbetrieb nur in der Zeit von 24 bis 5 Uhr ruhen zu lassen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt in seiner Stellungnahme an das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, dass am Flughafen Berlin Brandenburg am Tag und in der Nacht unterschiedliche Flugrouten benutzt werden sollen. Darüber hinaus sollen lärmarme An- und Abflugverfahren eingesetzt und das Nutzungskonzept für die Start- und Landebahnen optimiert werden. Aus Gründen des Lärmschutzes sowie des präventiven Gesundheitsschutzes regt das Umweltbundesamt darüber hinaus ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr an. „Nur mit diesen Maßnahmen kann in den dicht besiedelten Gebieten von Berlin und Brandenburg die Lärmbelastung begrenzt werden“, sagt der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth. Die Zustimmung des Umweltbundesamtes zu den Flugrouten ist auf ein Jahr befristet und an eine Evaluierungsphase gebunden. In dieser sollen die Lärmauswirkungen der Flugrouten durch ein detailliertes Fluglärmmonitoring erfasst werden. Jochen Flasbarth: „Durch ein effizientes und wissenschaftlich fundiertes Fluglärmmonitoring können wir weitere Maßnahmen zur Lärmminderung entwickeln und damit eine Lärmentlastung der betroffenen Menschen erreichen“.

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung ist wesentlichen Vorschlägen des Umweltbundesamtes leider nicht gefolgt. Dies zeigt, dass die gesetzliche Benehmensregelung zu schwach ist, um Vorschläge zur wirksamen Minderung des Fluglärms durchsetzen zu können.

Links

Lärmfachliche Bewertung des UBA

UBA-Themenseite „Fluglärm“