2012

Fracking: Neue Technologie zur Erdgasförderung hoch umstritten

Fracking; Quelle: bilderzwerg / Fotolia.comDurch „Hydraulic Fracturing“, kurz „Fracking“, wird auch die Förderung bisher unzugänglicher Erdgasvorkommen möglich und wirtschaftlich interessant. Doch die Risiken für Mensch und Umwelt sind noch längst nicht alle erforscht, warnt das UBA.Beim „Fracking“ wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Quarzsand in den Untergrund gepumpt, um Erdgas aus bisher unzugänglichen unterirdischen Gesteinsschichten zu fördern. In Deutschland wurde die Methode in dichten Sand- und Kalksteinlagerstätten und in großen Tiefen von mehr als 3.500 Metern seit 1961 rund 300-mal eingesetzt. In die Kritik geraten ist die Methode vor allem durch die Gewinnung von Schiefergas. Dieses wird aus sehr dichten Tongesteinen gewonnen, die in Deutschland weniger tief und damit näher am Grundwasser liegen. Zur Gewinnung von Schiefergas ist das sogenannte „Hochvolumen-Hydrofracking“ notwendig, das neben großen Mengen an Wasser sehr viele Tiefbohrungen mit entsprechend hohem Flächenbedarf erfordert. In den USA sorgt die neue Technik in den 2010er Jahren für Goldgräberstimmung. Immer mehr heimisches Gas wird gefördert und lässt die Abhängigkeit von Importen sinken und die Energiepreise fallen. Das UBA setzt sich für strenge Schutzanforderungen ein: So müssen unter anderem der Einsatz von Chemikalien und die Entsorgung des als „Flowback“ bezeichneten Abwassers geregelt werden. In Wasserschutzgebieten ist Fracking auszuschließen. Ein vom UBA beauftragtes und 2012 veröffentlichtes Gutachten rät, die Technik so lange nicht großflächig zur Schiefergasförderung einzusetzen, bis alle Umweltrisiken umfassend bewertet sind.

Links

UBA-Presse-Information 06.09.2012: Fracking nur mit strengen Auflagen zulassen

UBA-Gutachten zum Fracking 2012

UBA-Themenseite „Fracking“