2013

Müll im Meer: UBA geht das Problem an

Vermüllung der Meere; Quelle: Petra HutnerMüll im Meer, insbesondere Plastikmüll, wird zu einem immer größeren Problem. Das UBA stößt deshalb 2013 mit einer internationalen Konferenz die Erstellung regionaler Aktionspläne für die europäischen Meeresregionen an.

Der Abfall in den Weltmeeren beläuft sich mittlerweile auf über einhundert Millionen Tonnen. Besonders problematisch: Kunststoff. Er verrottet nicht, sondern wird höchstens zerkleinert. Meerestiere strangulieren sich an alten Fischernetzen oder verwechseln Plastikstückchen mit Nahrung und verenden mit vollem „Plastikmagen“. Nicht nur die vielen Plastiktüten stehen in der Kritik. Auch das so genannte „Mikroplastik“ rückt in den Fokus der Öffentlichkeit. Kleinste Plastikkügelchen aus Duschgels, Peelings und Zahncremes mit „Weißmach-Effekt“ können mit Abwässern in Flüsse und Meere geraten. Über ihre Auswirkungen ist erst wenig bekannt.

Das UBA widmet sich in den 2010er Jahren verstärkt dem Thema. 2011 setzen 75 (Hobby-)Fotografinnen und -fotografen im UBA-Fotowettbewerb “Sommer, Sonne – Plastikmüll?” das Problem eindrucksvoll in Szene.

Mit dem vom Bundesumweltministerium geförderten und vom UBA fachlich begleiteten „Fishing-for-Litter“-Projekt wird das Problem 2012 direkt angegangen: Fischer sammeln in Nord- und Ostsee den Müll ein, den sie beim Fischfang aus dem Meer „bergen“. Anschließend entsorgen sie ihn umweltgerecht in den Häfen.

Im April 2013 veranstaltet das UBA gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und der EU-Kommission eine internationale Konferenz zum Thema. Das Ziel: geeignete Strategien zur Abfallvermeidung in den europäischen Meeresregionen zu entwickeln. Die Abschlusserklärung „Message from Berlin“ benennt die zehn wichtigsten Aktionsfelder. Plastik muss vom „billigen Wegwerfstoff“ zum Wertstoff werden, der, ob an Land oder auf See, ordnungsgemäß entsorgt und später recycelt wird. Die auf der Konferenz identifizierten Maßnahmen fließen in die Erstellung der regionalen Aktionspläne für den Nordostatlantik, die Ostsee, das Mittelmeer und das Schwarze Meer ein. Zudem können die EU-Mitgliedstaaten die Vorschläge für die Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie nutzen.

Links

Presse-Information zur Konferenz

„Message from Berlin“ (PDF, auf Englisch)

Konferenz-Website

UBA-Themenseite „Müll im Meer“

Fotowettbewerb “Sommer, Sonne – Plastikmüll?”

Projekt „Fishing for litter“